Man sollte meinen, dass der Autor zuerst über ein Thema nachdenkt, dann in Gedanken einen Satz formuliert, den die Hand dann über den Stift zu Papier bringt. Oder über die Tastatur auf die Festplatte - natürlich. Wer so schreibt, der betreibt ein Handwerkt, wie es die meisten Journalisten oder Autoren von Sachbüchern tun. Aber wenn die Stimmung passt und die Hand alleine schreibt, während die Seele - wie hypnotisiert - oder paralysiert den Takt vorgibt, dann entstehen Bilder, die man lesen kann. Dabei fließen Worte, die vorher nicht gedanklich geordnet wurden, ohne Umweg von den tiefsten Hirnwindungen oder von verborgenen Winkeln der Seele direkt auf´s Papier. Schade, dass dies nicht immer gelingt. Ich hatte nie den Plan, mit Schreiben Geld zu verdienen. Aber ich hatte das Ziel, irgendwann ein Buch von mir im Laden zu sehen. Das mir das gleich bei dem renomiertesten Verlag für nautische Literatur gelungen ist, war Glücksache. Danach habe ich zwei Projekte privat finanziert. Mit geringerer Auflage und doppeltem Verdienst. So ist es eben mit der Schreiberei. Inzwischen finde ich Gefallen daran, zusammen mit anderen Quergeistern als Ghostwriter Drehbücher zu gestalten. Der besondere Reiz daran ist, die jeweiligen Vorgeschichten von unbekannten (und geheim gehaltenen) Autoren fortzusetzen und dann zu sehen, wie die anderen Autoren ihrerseits die eigenen Stories fortsetzen. Manchmal mit lustigem, manchmal mit skurrilem Ergebnis.